hart wie kruppstahl, zäh wie leder und dumm wie stroh

da wird ja seit tagen für einen naziaufmarsch und natürlich entsprechende gegenaktivitäten mobilisiert und einen tag vorher lößt sich der vermeintliche grund der neonazis – nämlich gegen „linke gewalt“ zu demonstrieren – erwartungsgemäß in braune luft auf. die berliner polizei meldet einen fahndungserfolg und einen für spelunken wie den „henker“ wenig spektakulären grund für den brandanschlag: kneipeninterne streitereien…
das einzige was daran überrascht ist der zeitpunkt der polizeiaktion. denn das es sich bei dem brandanschlag nicht um eine antifaaktion gehandelt haben kann, da waren sich fast alle einig, wenn man von den neonazis selbst und einigen grenzdebilen journalisten absieht. wie soll auch der brandanschlag auf ein wohnhaus mit antifaschitischen inhalten gerechtfertigt werden? wer den tod von menschen bei sowas mindestens billigend in kauf nimmt, begibt sich statt dessen ja selber auf eine ebene mit neonazis, die in den vergangenen jahren und jahrzehnten dutzende menschen auf diese art und weise ermordet haben. da halfen auch vermeintliche bekennerschreiben auf indymedia nichts, dennen man schon am wlan-router ansah, das sie von nazis selbst gefakt wurden, um ihre kampagne gegen „linke gewalt“ zu untermauern. a propo faken – die kameradschaft frontbann24, die sich hauptsächlich im „henker“ trifft, hatte ja schon vor kurzem eine vergewaltigung als vorwand für einen neonaziaufmarsch erfunden und in einem prozess ende september wurde eine frau freigesprochen, die von zwei npdlerinnen der körperverletzung beschuldigt wurde. da werden erinnerungen an den unsäglichen „fall matti“ wach, der wegen ähnlicher aussagen von neonazis ganze 101 tage in u-haft sitzen mußte und am ende freigesprochen wurde… auch der vermeintliche überfall von antifabanden auf besucher eines dvu-festes im sommer war eigentlich nur bestandteil der eskalierenden gewalt zwischen verschiedenen rockergangs.
die berliner neonaziszene ist so zerstritten und irrelevant, das sie sich nach jedem strohhalm regt, der sich ihnen vermeintlich bietet. am liebsten wäre ihnen sicherlich gewesen, wenn der beim anschlag auf den „henker“ schwer verletzte neonazi schon längst gestorben wäre. dann hätte man die üblichen gewaltfantasien gegen „zecken“ endlich mit einer „ordentlichen“ begründung in die tat umsetzen können, aber nun ist alles irgendwie vorbei. allerdings wirklich nur „irgendwie“, denn wenn man eins über diesen zerstrittenen haufen von sich selbst auf die fresse haueneden pseudo-barunhemden weiß, dann das sie sich von diesem „rückschlag“ nicht abschrecken lassen und morgen trotzdem vom alex nach gott-weiß-wo demonstrieren werden um aller welt ihre merkbefreitheit vor augen zu führen…
in diesem sinne: für die freiheit – für das leben! keine nazis – nirgendwo!
oder lieber auf nach leipzig:
leipzig