„kauft nicht bei…

…antifas!“ scheint das motto einiger blogsport-atzen zu sein. schon während der letzten diskusionen um den lea-beitrag „antifa heißt radikale gesellschaftskritik“ weigerten sich viele standhaft und öffentlich die läppischen 3,10 euro zu bezahlen um sich das aib kaufen und den fraglichen artikel lesen zu können. und auch aktuell wird wieder auf eingescannte versionen zurück gegriffen, um ja keine kohle an „die antifa“ abdrücken zu müssen. naja, nun gibts die ganzen texte der „antifa heißt…“-reihe ja dank dem aib eh schön übersichtlich auf deren seite und der blogdebatte nächste runde wurde eingeleutet. trotzdem lohnt sich erneut der gang zum buch- bzw. infoladen eures vertrauens, denn abgesehen vom lesenswerten top-text „antifa heißt mehr als Boxen und Bücher lesen? „ findet sich noch mehr interessantes im heft #81. so z.b. ein interview „intervention ums ganze?“ mit der „antifaschistischen koordination köln und umland“ und dem antifa ak köln über „möglichkeiten und grenzen antifaschistischer bündnispolitik am beispiel der kampagne gegen den pro köln “anti-islam-kongress”. eine längere version des gedruckten interviews gibts laut heftkommentar demnächst auf der aib-seite.
passend zum thema bin ich noch bei ignaz auf ne gescannte version des „von der jugendpresse deutschland, der bundeszentrale für politische bildung und dem bundestag herausgegebene investigative jugendmagazin „politik orange“" gestoßen, in dem ein enthüllungsinterview über „die antifa“ zu finden ist. meine lieblingsstellen sind:

Gibt es Regeln, um bei einer Antifa-Aktion teilnehmen zu können?
Du musst Mitglied sein. Ein vermummtes Gesicht ist Pflicht und du musst auch bestimmte Farben tragen: Schwarz und Rot. Außerdem kriegt jeder die Telefonnummer eines bestimmten Anwalts, den er anrufen soll, wenn er von der Polizei festgenommen wurde.“

und

Die meisten verbinden Linksradikalismus mit den traditionellen Krawallen in der Nacht zum ersten Mai und regelmäßigen Ausschreitungen bei Aufmärschen Rechtsradikaler. Diese werden vor allem von autonomen Gruppen wie der Militanten Gruppe (mg) oder der Antifa organisiert.

ganz großes kino! ;-)
mir bleibt da eigentlich nur noch eins zu sagen – und ich zitiere da einfach mal:
communismus


13 Antworten auf “„kauft nicht bei…”


  1. 1 Arschkrebs (2.0/compatible) 07. Januar 2009 um 21:29 Uhr

    Den Hinweis auf die Veranstaltung in Leipzig hast du vergessen. Wenn da Tacheles geredet wird, und die AntiDs in der Lea den Autor und Referenten nicht zu sehr zensieren, dürfte das ein unterhaltsamer Abend werden. Mal sehen, vielleicht gebe ich mir sogar selbst die Ehre.

    Nie wieder revolutionärer Antifaschismus
    Diskussionsveranstaltung der Leipziger Antifa

    Die Antifa hat schon alle Konjunkturen erlebt: Von der Freude über Mobilisierungserfolge zum Ärger über das Ausschlafen der MitstreiterInnen, von der Einsicht in die eigene Marginalität zurück zur revolutionären Allmachtsphantasie, vom Gerede über radikale Gesellschaftskritik zur Besinnung auf alte wie neue „Basisbanalitäten“ und den Anti-Nazi-Minimalkonsens. Brüche gibt es also zuhauf und nicht selten überwirft man sich im Streit darüber.

    Den versöhnenden Kitt erspäht man im Gruppenplenum, das zur „Selbstfindungs“-Sitzung gerät, in der Fahrt zu Kongressen, auf denen man sich abseits von Demonstrationen von der „Größe“ der Bewegung überzeugen kann, oder im routinierten Neubeginn: der nächste Mobilisierungsversuch, ein neues Bündnis, hin und wieder ein Organisierungsversuch. Diese ganze Dramatik lässt sich aufschreiben und nennt sich dann Antifa-Debatte. In solchen wird die Popantifa beerdigt und programtisch die Postantifa ausgerufen, manchmal umgekehrt.
    So wenig aber der Tausch des Labels einen Fortschritt bedeutet, so unnütz sind sämtliche Vergewisserungen, dass man nur „neue Konzepte“ finden und „kreative Ideen“ haben müsse, um endlich wieder (oder überhaupt einmal) „auf allen Ebenen, mit allen Mitteln“ punkten zu können.

    Uns geht es deshalb nicht um die Mittel und Wege, sondern um den blinden Fleck der meisten „unserer“ Debatten: Das Schweigen über den Inhalt des eigenen Antifaschismus. Fast immer steht dieser „gute Zweck“ völlig außer Frage, ab und zu werden inhaltliche Fehlstellen ausgefüllt mit Bekenntnissen wie „Für den Kommunismus“ in der letzten Flugblattzeile. Das wirkt so sympathisch, wie es von Mal zu Mal alberner wird – denn Antifaschismus hat keine „radikale Gesellschaftskritik“ zur Grundlage und all das, was hinzugedichtet wird, macht ihn auch nicht nachträglich „revolutionär“. In unserer Veranstaltung möchten wir unsere Kritik am Konzept des niemals überwundenen „revolutionären Antifaschismus“ formulieren und zur Diskussion über Perspektiven anregen.

    Text der Gruppe LeA nachzulesen im Antifaschistischen Infoblatt Herbstausgabe 2008 (Nr. 80) als Beitrag zur Diskussion „Antifa heißt…?“ – siehe auch nadir.org/aib

    http://left-action.de/dates0.shtml

  2. 2 Arschkrebs (2.0/compatible) 07. Januar 2009 um 21:30 Uhr

    Ach äh ja, hier noch der genaue Termin:

    13.01.2009
    Diskussions-
    Veranstaltung

    19:00 Uhr

    Leipzig
    Conne Island
    Koburger Straße 3

  3. 3 princess k. 08. Januar 2009 um 18:40 Uhr

    „Krawallen in der Nacht zum ersten Mai und regelmäßigen Ausschreitungen bei Aufmärschen Rechtsradikaler (…) werden von DER Antifa organisiert.“
    wer ist denn diese antifa eigentlich? kennt die irgendwer?

  4. 4 Oompa Loompa 10. Januar 2009 um 11:55 Uhr

    bist ja richtig kreativ, prinzessin!

  5. 5 im*moment*vorbei 10. Januar 2009 um 18:02 Uhr

    und du gewohnt charmant…ähhh kotzescheiße!

  6. 6 bikepunk 089 11. Januar 2009 um 15:29 Uhr

    @IMV: Wieso fandest du den TOP-Text denn so lesenswert? Bzw., magst du dazu mal was eigenes schreiben?

  7. 7 Oompa Loompa 11. Januar 2009 um 23:12 Uhr

    imv: komm, dieses pseudo-aufgerege, dass es die antifa nicht gibt, is doch echt nur lächerlich. würde sie den gegenstand mal prüfen, würde sie auch nicht auf sowas kommen. statt dessen spult sie aber den immer selben jugendantifa-autonomen-film ab, dass die ja alle so schön unterschiedlich sind und so, ne.

  8. 8 miss taken identity 12. Januar 2009 um 14:55 Uhr

    Öhm, sagt ma… War der Schriftzug auf dem Truck ne Aufforderung an den politischen Gegner?

  9. 9 im*moment*vorbei 12. Januar 2009 um 19:50 Uhr

    @bp089
    morgen bei dir, ok?

    @oompaloompa
    dieses ständige „den gegenstand mal prüfen“ ist nun wirklich auch jenseits von dem, was ich so als „krativ“ bezeichnen würde. der unterschied ist, dass das eine nur ein kurzer hingerotzter kommentar ist, du deins aber bestimmt ernst nimmst – zu ernst.
    und btw: „die antifa“ gibts natürlich trotzdem nicht – und schon garnicht in dem sinne, wies in dieser „zeitschrift“ gemeint ist…

    @missy
    ich denke nicht. warum? ;-)

  1. 1 MPunkt Trackback am 08. Januar 2009 um 7:27 Uhr
  2. 2 do you really wanna live forever? « »Stil, Irrelevanz und Bewegungsmangel« | EinBlog Pingback am 18. Januar 2009 um 18:22 Uhr
  3. 3 -> revolution Trackback am 29. Januar 2009 um 9:56 Uhr
  4. 4 Antifa heißt?. | meta.copyriot.com Pingback am 22. Februar 2009 um 3:46 Uhr
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