von lichterketten und anderen aufständen

hab gestern in neukölln nen flyer für eine interessante veranstaltungsreihe mitgenommen und will hier gleich mal dafür werben:

nk-va
„Nach Zusammenschluss der BRD und DDR sowie zahlreicher rassistischer Gewaltübergriffe auf Migrant_innen in den Jahren nach 1989 entstanden innerhalb der radikalen Linken Debatten über die Gefahr eines „Vierten Deutschen Reichs“. Mittlerweile stehen solche Prognosen nicht mehr zur Diskussion. Deutschland hat sich „modernisiert“. Von den Lichterketten 1993, dem Regierungswechsel zum unschuldigen Rot-Grün 1998 über den Antifa-Sommer 2001 bis heute entwickelte sich Deutschland zu einer Nation, die sich nicht mehr in Kontinuität ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit, sondern vielmehr in Abgrenzung zu ihr begreift. Die Vergangenheit sei erfolgreich „aufgearbeitet“ und Deutschland präsentiert sich selbstbewusst als „ganz normale“ Nation. Ist nun der Zeitpunkt gekommen, die antideutsche Position in eine antinationale zu transformieren?

Die Veranstaltungsreihe wendet sich gegen eine solche Schlussfolgerung und will aufzeigen, dass auch die Modernisierung nationalstaatlicher Legitimationsargumente vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte stattfindet. Durch eine Analyse der Verfasstheit des neuen deutschen Nationalismus in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen sollen seine Spezifik, die Rolle von Rassismus, Geschlecht und Kapitalismus diskutiert und zeitgemäße Positionen gegen Deutschland in einer postkolonialen und postnazistischen Gesellschaft formuliert werden.

Zur aktuellen Debatte um die Ausrichtung antinationaler Kritik in Deutschland:
Zusammenfassung von Bummelkreiselpilotin

Alle Veranstaltungen dieser Reihe finden hier statt:
Tristeza Cafe/Bar-Kollektiv, Pannierstr. 5, U Hermannplatz, Berlin-Neukölln.

Die ersten zwei Veranstaltungen werden gebärdengedolmetscht.
Bei Benötigung von Gebärdendolmetschung der folgenden Veranstaltungen, bitte zwei Wochen vorher Bescheid geben: kultur (AT) tristeza.org oder am Tresen!

Organisiert von der Tristeza-VeranstaltungsAG

Di, 30. März 2010 | 19:30 Uhr
Möhrchen statt Deutschland! – Einführung in historisch verorteten Antinationalismus
AK Pink Rabbit der NFJ Berlin

Di, 13. April 2010 | 19:30 Uhr
Irrsinn der Normalität – Das Nationale in Fußball- und Popkultur
Projektgruppe Nationalismuskritik (FF/M)

Di, 27. April 2010 | 19:30 Uhr
Zurück aus der Zukunft – Analyse (zivil-)gesellschaftlicher Mobilisierung
Initiative gegen jeden Extremismusbegriff (INEX) Leipzig

Di, 11. Mai 2010 | 19:30 Uhr
Rassistische Zustände – Postkoloniale Kontinuitäten in Deutschland
Maria do Mar Castro Varela (angefragt)

Di, 25. Mai 2010 | 19:30 Uhr
Deutsche in friedlichen Zeiten – Die Anatomie neudeutscher Normalität
Café Morgenland (FF/M)

Di, 08. Juni 2010 | 19:30 Uhr
Totalitarismus reloaded? – Neue deutsche Gedenk(stätten)politik
Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis, Ini für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark, AG Neuengamme

Di, 22. Juni 2010 | 19:30 Uhr
Standort, Standort, Standort – Antinationalismus & Kapitalismuskritik
Jimmy Boyle Berlin“

ausführliches programm gibts hier!


17 Antworten auf “von lichterketten und anderen aufständen”


  1. 1 forunkelbernd 30. März 2010 um 1:57 Uhr

    dir ist schon klar, dass diese va-kampagne von denen explizit gegen den nationalismus-begriff der top gerichtet ist?!
    warum bewirbst du so einen scheiß?

  2. 2 im*moment*vorbei 30. März 2010 um 16:16 Uhr

    ach bernd, was soll ich dazu schreiben?
    erstens ist das hier mein blog und nicht die seite der top. zweitens kannst du mir ja mal erklären, was genau der nationalismusbegriff der top ist und wo sich diese reihe „explizit“ gegen diesen richtet.
    und dann noch ein kleiner tipp: nimm einfach mal deine freund-feind-brille ab und laß dich auf politische diskussionen ein. oder halt wenigstens die klappe!

  3. 3 forunkelbernd 30. März 2010 um 16:36 Uhr

    du kannst ja mal eure broschüre zum weltmarkt etc. lesen. dann erfährst du was über diesen nationalismus-begriff. dass die vs-reihe im tristeza gegen diesen gerichtet ist, solltest du, da ich mal stark annehme, dass du gute kontakte in diese klientel hast, wissen.

    und warum bandelst du denn mit der top an, wenn du dann politisch ganz andere positionen bewirbst? warum leistest du dir diesen widerspruch?

  4. 4 im*moment*vorbei 30. März 2010 um 16:56 Uhr

    kannst du meine antwort nicht lesen, oder willst sie einfach nicht verstehen? wenn die welt so einfach ist, wie du es hier behauptest, dann schreib das doch mal schnell auf. ich frags gerne nochmal: was genau ist der nationalismusbegriff der top und wo richtet sich diese reihe „explizit“ gegen diesen. und auch das gerne nochmal zum thema „anbandeln“ und „ganz andere positionen bewerben“ > „nimm einfach mal deine freund-feind-brille ab und laß dich auf politische diskussionen ein. oder halt wenigstens die klappe!“

  5. 5 Berta 30. März 2010 um 17:28 Uhr

    Sie grenzt sich dabei gegen einen einseitigen, ahistorischen, auf Kapitalismuskritik verengten Antinationalismus ab

    zB NFJ. Das ist klar gg TOP gerichtet. Denn genau dafür wurde TOP von der NFJ scharf kritisiert.

    Auch der Rest der Veranstaltungen – bis auf vielleicht noch Jimmy Boyle – grenzt sich in der Nationalismusbestimmung von TOP ab.

  6. 6 im*moment*vorbei 30. März 2010 um 17:56 Uhr

    also ich finde „einen einseitigen, ahistorischen, auf Kapitalismuskritik verengten Antinationalismus“ auch falsch, weshalb das bewerben dieser va-reihe auf diesem blog wohl doch irgendwie zurecht passiert ist. u.a. deshalb hab ich auch eine kritik an dem gelaber vom gsp. was da jetzt gegen die top gerichtet ist und was nicht, mag ich nicht entscheiden, aber mit dem beispiel der jimmy boyle-veranstaltung hast du ja – bestimmt und nicht vielleicht – schon das gegenteil aufgezeigt. so what?

  7. 7 forunkelbernd 31. März 2010 um 1:24 Uhr

    und was findest du nun falsch daran nationalismus mal entlang einer sachlichen bestimmung vom wesen her zu erklären?

    warum muss da für die erklärung des gegenstands nationalismus in der geschichtsschublade gekramt und noch jeder sonstige mit als ganz ganz besonders hingestellt werden statt das mal aus der verortung der leute gegenüber staat und kapital herzuleiten?

    oder gehts wirklich nur darum bloß das anti-deutsche zu pflegen?

  8. 8 forunkelbernd 31. März 2010 um 1:25 Uhr

    korrogierte fassung
    ***********************************

    und was findest du nun falsch daran nationalismus mal entlang einer sachlichen bestimmung vom wesen her zu erklären?

    warum muss da für die erklärung des gegenstands nationalismus in der geschichtsschublade gekramt und noch jeder sonstige mist als ganz ganz besonders hingestellt werden statt das mal aus der verortung der leute gegenüber staat und kapital herzuleiten?

    oder gehts wirklich nur darum bloß das anti-deutsche zu pflegen?

  9. 9 marginalposition 31. März 2010 um 11:18 Uhr

    Zum Begriff des „einseitigen, ahistorischen, auf Kapitalismuskritik verengten Antinationalismus“.

    Nun ja, es ist doch so das die bestimmenden Elemente einer Gesellschaft die ökonomischen sind. Wer den Staat erklären will, muss erst einmal die Ökonomie der Gesellschaft in der wir leben verstehen und kritisieren, um daraus dann die Bestimmungen und Funktionen von Staat und Nation ableiten zu können.

    Übrigens hat das nichts mit unkritischer Affirmation der Positionen von GSP & co zu tun. Bei denen ist es soweit ich weiss so, das der Staat am Anfang der Analyse steht und das Kapital als sein Mittel schafft.
    Wenn ich mich hier irre, bitte klärt mich auf ;-)

    Also plädiere ich durchaus für einen Antinationalismus, der auf Ökonomiekritik basiert und fokussiert ist. Schliesslich bietet diese Ökonomiekritik ja auch die theoretischen Waffen, um die materiellen Grundlagen auch von rassistischen, sexistischen usw Ideologien offenzulegen und zu kritisieren.

  10. 10 im*moment*vorbei 31. März 2010 um 13:36 Uhr

    @forunkelbernd
    nichts ist „falsch daran nationalismus mal entlang einer sachlichen bestimmung vom wesen her zu erklären“. nur heißt das nicht automatisch „einen einseitigen, ahistorischen, auf Kapitalismuskritik verengten Antinationalismus“ zu propagieren. ich sehe also immernoch das problem nicht und du hast wieder nicht auf meine fragen geantwortet. statt dessen kommt jetzt wieder der echt mal richtig krass provokante „anti-deutsch“-diss. langweilig!

  11. 11 forunkelbernd 31. März 2010 um 15:15 Uhr

    das war kein diss, sondern eine ernstgemeinte frage. geht es dir nur darum jetzt das singulär schlimme an deutschland festzumachen oder um eine sachliche bestimmung von nationalismus?
    und auf deiner frage muss ich ja nun nicht näher eingehen, wenn es ein nachredner getan hat. da erübrigt sich das doch.

    @marginalposition: ich denke nicht, dass der gegenstandpunkt da eine umkehrung von ökonomie und staat macht. nur erfolgt eben aus der feststellung, dass der staat der ideelle gesamtkapitalist ist dann ja doch eine menge. und in anbetracht dessen, dass in der linken selbst, wie in eigentlich allen teilen der bevölkerung ja ein ziemlich gutes urteil über staatlichkeit an sich, mit seinen angeblichen vorzügen von frei verfügbarer bildung, sozialstaat etc besteht, besteht da eben auch ein ziemlich großes klärungs- und agitationbedarf. das hat man ja bei den referenten der gestrigen veranstaltung auch wunderbar ablesen können.

  12. 12 im*moment*vorbei 31. März 2010 um 20:23 Uhr

    wenn du meinst, das es unsachlich und damit wahrscheinlich moralisch oder noch schlimmeres ist, auschwitz in eine „sachliche bestimmung von nationalismus“ in deutschland einzubeziehen, dann laß einfach das kommentieren hier auf meinem blog. wenn ich mir ns-relativierenden antisemitischen gsp-scheiß anhören will geh ich zu rhizom und lausche dem widerlichen gelaber von decker.

  13. 13 im*moment*vorbei 02. April 2010 um 16:43 Uhr

    @ „samenbank“ und die anderen gsp-honks
    erstens macht es wenig sinn, hier bei jedem posting den namen zu wechseln, wenn durch euer geschreibsel eh klar wird, wer ihr seid. zweitens müßtet ihr nach unzähligen versuchen hier mit pseudo-diskus euren gsp-standpunkt (ja, sprecht das mal aus… ;-) ) zu vertreten doch langsam gecheckt haben, das dieses spielchen nicht funzt. da könnt ihr noch so provozieren, an meine ehre appelieren oder mich für dumm erklären. das juckt keinen menschen und dank der mod-schleife, die mir ähnliche trolls wie ihr es seid aufgezwungen haben, kann den ganzen scheiß nichtmal mehr wer lesen…

  14. 14 samenbank 04. April 2010 um 8:37 Uhr

    Dann vertrete doch deinen Standpunkt mal und erklär den Antisemitismus Deckers.

  15. 15 tee 05. April 2010 um 6:40 Uhr

    ach imv, wenn du auch nur ansatzweise deine behauptung des antisemitismus bei decker nachweisen könntest. oder hey – versuch’s doch einfach mal, dann sieht deine dumme denunziationstour vielleicht nicht ganz so dumm aus.

  16. 16 im*moment*vorbei 05. April 2010 um 18:34 Uhr

    man ihr zwei trolls! könnt ihr nicht lesen?
    aber gerne nochmal: hört euch einfach mal den oben verlinkten scheiß von decker an. guckt mal irgendwo nach, was antisemitismus ist und was sekundärer antisemitismus ist. informiert euch über die schlußstichdebatte undundund… ich bin mir sicher das bekommt ihr hin.
    aber ja, obwohl das alles nun schon 1000mal auf blogsport diskutiert wurde, obwohl die standpunkte schon so oft vertreten, die argumente ausgetauscht und die behauptungen nachgewiesen wurden, verspreche ich hiermit hoch und heilich mit etwas mehr zeit meine „dumme denunziationstour“ mit zitaten aus eben diesem decker-vortrag zu untermauern und zwar sogar in einem extra beitrag. ok?

  17. 17 tee 05. April 2010 um 19:00 Uhr

    ich bin gespannt. jetzt sieht es mit verweisen auf definitionen und 1000 luftige diskussionen schon noch ziemlich dumm aus.

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