radikales world wide web

während aktuell dran gebastelt wird, das internet nicht nur per razzien, sondern auch technisch per filterlisten zu zensieren, möchte ich etwas verspätet anlässlich des 20 jahrestages der geburtsstunde des www an das wohl erste transparent auf einer linksradikalen demo erinnern, auf dem eine internetadresse stand. heute ist das ja was alltägliches: gruppen, kampagnen oder selbst offene zusammenhänge haben ne mail-adresse und ne internetseite oder wenigstens nen blog. die werden dann natürlich auch auf sämtliche veröffentlichungen, wie flyer, plakate und eben auch transparente gepackt, denn man will ja das die dem projekt geneigten menschen mit einem kontakt aufnehmen oder sich schlicht weiter informieren können.
das erste transparent auf einer linksradikalen demo (und wahrscheinlich auf einer demo überhaupt) mit einer internetseite drauf wurde am 16.12.95 durch hamburg getragen. anlass der demo waren u.a. hausdruchsuchungen und verhaftungen gegen menschen, denen vorgeworfen wurde an der erstellung und verbreitung der linksradikalen zeitschrift radikal beteiligt gewesen zu sein. auf dem transparent waren dann für die meisten anwesenden eher unverständliche hieroglyphen zu lesen und es dauerte ne weil, bis sich rumgesprochen hatte, das es sich dabei um ein „internetadresse“ handelt, unter der die letzten ausgaben der bösenbösen radikal angeguckt werden können – wenn man denn einen computer und zugang zu diesem ominösen internet hat. es handelte sich somit auch um ne ganz praktische aktion gegen die durchsuchungen, denn so wurden die verbotenen inhalte, die ja auslöser der staatsaktion gewesen waren, weiter verbreitet und dem zensurvorhaben ein schnippchen geschlagen:
radikal-transparent
die demo selber war mit 5000 leuten gut besucht und weil die cops auch damals schon die innenstadt absperrten und damit die demo extrem einschränkten wurde sie kuzerhand aufgelöst und mehr als 1000 menschen machten rabatz in der weihnachtlichen innenstadt. immer wieder formierten sich kleinere spontandemozüge mit bis zu 200 teilnehmer_innen, die dann auch ab und an aufeinandertrafen und eine kurze strecke zusammen mit dann bis zu 500 menschen zurück legten, bis sich wieder zerstreut und an anderer stelle wiedergetroffen wurde. die cops waren damit total überfordert und es ging auch einges kaputt in der glitzerglitzerwelt der einkaufsstraßen.
ein weiterer teil der recht ansehnlichen antirepressionsarbeit zu diesen verfahren bestand dann auch in einer neuen zeitung, die regelmäßig über den stand der dinge informierte. der name war passender weise „radikale zeiten„…


4 Antworten auf “radikales world wide web”


  1. 1 egal 26. März 2009 um 10:42 Uhr

    Was nach der Demo kaputt ging, war die Scheibe eines jüdischen Bücherladens. Mehr nicht. Du hast einfach keine Ahnung, davon aber jede Menge.

  2. 2 im*moment*vorbei 26. März 2009 um 14:08 Uhr

    stimmt nur diese eine scheibe wars und ich wollte diese antisemitischen ausschreitungen in nen geilen riot umlügen – du hast mich erwischt…
    geh woanders spielen du troll!

  3. 3 egal 26. März 2009 um 14:27 Uhr

    Hehe, beim Dummquatschen erwischt und nur rumpöbeln können. Scheint ja alles zu stimmen was man sich so über dich erzählt.

  4. 4 im*moment*vorbei 26. März 2009 um 16:07 Uhr

    wenn hier einer dummquatscht, dann du. ich hab keine ahnung ob an diesem abend eine scheibe eines jüdischen buchladens kaputt gegangen ist, was natürlich verschiedene gründe haben kann:
    -ich habs einfach nicht mitbekommen
    -es hat nicht stattgefunden
    -ich habs vergessen
    auf jeden fall erweckst du mit deinem „kommentar“ nen flaschen eindruck, nämlich das diese geschichte das einzige oder entscheidenede gewesen wäre, was an diesem abend passiert ist und das ist einfach totaler blödsinn…
    es scheint zu stimmen, was man sich so über dich erzählt!

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