wenn man son privates blog hat, überlegt man ja immer mal wieder, ob man das oder jenes echt veröffentlichen soll, weils eventuell zu albern oder zu uninteressant ist. bei mir siegt dann meist der gedanke „scheißegal – raus damit!“. ähnlich scheint es bei den berliner neonazis auch zu sein, allerdings mit einem entscheidenden unterschied – die haben kein privates blog, sondern ne „weltnetzseite“ die sie als sprachrohr des „nationalen widerstandes berlin“ verstehen. das hält sie allerdings nicht davon ab die richtig großen stories an die öffentlichkeit zu zerren. ganz akuell kann man einen bericht bewundern, der sich ausführlich und mit drei (!) fotos einem brifkasten widmet, der einige wochen auch auf der startseite der antifa pankow zu sehen war. beklebt war das ding mit allerhand eag-aufklebern und das konnte der „nationale widerstand“ natürlich nicht auf sich sitzen lassen. also wurde in einer komandoaktion kuzerhand alles entfernt und überklebt. damit das auch wer mitbekommt, wurde dann eben noch schnell besagter bericht geschrieben und der sieht dan so aus:
„Seit Monaten prangt auf der Seite der Pankower Emanzipative Antifaschistische Gruppe (EAG) ein Briefkasten, welcher mit einer Vielzahl von Antifaaufklebern übersät ist, auf denen widerwärtige Sprüche wie:“Deutschland? Nie wieder!“ zu lesen sind.
Dieser Briefkasten steht in der Ückermünderstr./Malmöerstr.
Da dieser Zustand nicht länger hinnehmbar war machten sich Kameraden aus Prenzlauer Berg schon im Januar an die Arbeit und reinigten im gesamten nordischen Viertel Fallrohre, Straßenschilder, Mülleimer und vieles mehr von dieser roten Propaganda.“
ganz großes kino und dabei nichtmal ne ausnahme. ein anderer „
artikel“ widmet sich „linken Läden und Lokalitäten“ in mitte, denn nach „vermehrten Angriffen auf echte oder vermeintlich nationale Einrichtungen“ will der „nationale widerstand“ nun „auch einmal diese in die Öffentlichkeit ziehen“. da wird dann vom freudenhaus bis zum hanfmuseum alles aufgezählt, was man so als zeckig identifiziert hat und ich hab schon so richtig angst, dass das nationale eingreifkomando nach der aktion mit dem briefkasten nun mitte unsicher macht. einen konkreten anlass hätten sie ja seit heut wiedermal, denn die armen
thor steinar-läden in
mitte und
f-hain hats mal wieder erwischt…

aber erstmal müssen die umtriebigen kameraden morgen ja
gegen kinderschänder demonstrieren und für alle die sie für genauso wichtig halten, wie sie sich selber heißt es früh aufstehen:
„Kommt zur antifaschistische Kundgebung und Demonstration am Freitag, den 27. März 2009, um 9.30 Uhr Turmstraße/Rathenower Straße!“