das ist wahnsinn…

fast vergessen, aber der planet hat mich nochmal dran erinnert – morgen ab ins basso:

…Hölle Hölle Hölle – Kultur als Ideologie. Diskussionsveranstaltung mit Roger Behrens und Otto Karl Werckmeister
Donnerstag, 19. Februar 2009, 19:30 Uhr, Basso, Köpenicker Straße 187/188 (U-Bhf. Schlesisches Tor)

Die Kultur hat an Standing gewonnen. In ihr machen die Popper ebenso wie die identitätspolitischen und differenzphilosophischen Schöngeister Politik im schlechtesten Sinne: Sie administrieren die nationale Kulturlandschaft und ergänzen sie um einen kritischen Beigeschmack. Kultur als vermeintlich eigenständiger Kosmos wird unverstellt zur staatliche geförderten Kleinkunstbühne. Zurecht. Horkheimers und Adornos Begriff der Kulturindustrie gewinnt im Angesicht dieser Konjunktur neue politische Dringlichkeit. “Die Kritik der Kulturindustrie ist Gesellschaftskritik; Gesellschaftskritik ist Kritik der Produktionsverhältnisse.” (Roger Behrens)
Der Begriff der Kultur selbst bezeichnet die Verdinglichung der allgemeinen Produktionsverhältnisse zu Waren. Die Kunst ist ebenso ihr Teil wie die Sportschau, und es ist nur die Stellung der Einzelnen in Produktion und Konsumption, die darüber entscheidet, wo die kulturelle “Heimat” liegt. Die Hochkultur füttert sich aus der Massenkultur und es ist eben diese Massenkultur, die Adorno und Horkheimer in der 1940ern beschrieben, die heute zwischen Popkultur und Massenkunst neu bestimmt werden muss: Als Stand der kapitalistischen Produktionsverhältnisse. Kultur ist ein Name für das Problem, das sich Kapitalismus nennt.

Roger Behrens ist kritischer Theoretiker, lehrt unter anderem an den Universitäten Lüneburg und Hamburg, ist Mitherausgeber der testcard, Redakteur der Zeitschrift für Kritische Theorie und hat u.a. Bücher zur Kritischen Theorie und Popkultur wie “Verstummen. Über Adorno” (2004) und “Die Diktatur der Angepassten. Texte zur kritischen Theorie der Popkultur” (2003) veröffentlicht.

Otto Karl Werckmeister ist marxistischer Kunsthistoriker und lehrte und forschte unter anderem am Warburg Institute (London), der University of California (Los Angeles) und der Northwestern University (Evanston, III.). Er veröffentlicht seit den 1970ern zu Ästhetik, Kunst und Massenkunst, zuletzt “Der Medusa-Effekt. Politische Bildstrategien seit dem 11. September 2001″ (2005) und “Linke Ikonen. Benjamin und Eisenstein, Picasso und Kafka nach dem Fall des Kommunismus” (1999).“


2 Antworten auf “das ist wahnsinn…”


  1. 1 kommunismus ist trendy! « im*moment*vorbei Pingback am 20. Februar 2009 um 18:21 Uhr
  2. 2 TOP floppt « Gratis Mittagsbueffet & Happy Hour-Angebote Pingback am 21. Februar 2009 um 19:14 Uhr
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