„keine versöhnung mit deutschland“

dd13
nachdem mir gestern der jürgen dazwischen gefunkt hat und ich die news aus nem verteiler gleich hier der blogöffentlichkeit zur verfügung stellen wollte, kommt heute der lang angekündigte beitrag zum 13./14. februar in dresden.
auf diversen blogs war das ganze ja nun schon thema – die einen mobilisieren für dieses bündnis und die anderen für dieses. dann gibts noch einige, die beziehen sogar ganz klar stellung aber man fragt sich dann, was das bitte für eine bekloppte argumentation sein soll:

„manche sachen müssen sich ändern und das ist ganz sicher die Gegenmobilisierung zum Neonazi-Großaufmarsch im Februar in Dresden. Nachdem die letzten Jahre bürgerbashing und Nationalfahnen-Abfeiern nicht viel gebracht haben und eine Veränderung aus diesem Kreis der Linken nicht zu erwarten ist, hat sich in diesem Jahr ein neuer Vorbereitungskreis aus Dresden gegründet.“

da wird also der totale themawechsel – von ner allgemeinen kritik am widerlichen gedenken an die bombardierung dresdens zur reinen antinazi-veranstaltung damit „begründet“, dass ersteres in den letzten jahren nicht viel gebracht hat. gehts noch? rennen wir jetzt am 3.oktober auch lieber zum „volksfest“ am brandenburger tor, statt ne antinationale demo zu organisieren, nur weil beim „fest“ mehr leute sind? entweder die inhalte sind richtig, das kann man sich zwar immernoch gedanken machen, wie man die rüber bringt, oder sie sind falsch, dann muß man grundsätzlich was ändern. aber die inhalte zu ändern, weils sonst nicht rockt, kann ja wohl nicht ernst gemeint sein…
zum glück – möchte man meinen – gibts ja auch noch leute, die argumentativ darlegen könne, warum sie eine allgemeine kritik am gedenken in dresden für falsch halten und sich lieber mit den gedenkenden bürgern gegen die nazis stellen wollen. das glück besteht aber nur darin, das diese wenigstens versuchen den quatsch zu erklären. was dann dabei raus kommt zieht einem glatt die schuhe aus. so ist auf der seite des neuen bündnisses zu lesen:

„Man muss sich diese Forderungen die in dem ‚Phase 2′ Text zumindest implizit und auf ‚venceremos‘ sehr explizit formuliert werden, einmal in Ruhe auf der Zunge zergehen lassen. Der Stadt, als Institution und ihren Bewohnern oder auch ganz allgemein der Öffentlichkeit wird also das Recht abgesprochen einem historischen Ereignis zu gedenken. Man mag ja geteilter Meinung sein, ob die Opfer des Bombenangriffes ein Recht zur öffentlichen Trauer haben, angesichts der Verbrechen des Nationalsozialismus und seinen Helfern. Lehnt man dies ab, nimmt man zumindest billigend in Kauf, dass zumindest Kinder, die nun wirklich weder durch Taten noch durch Unterlassen, irgendeine Schuld auf sich geladen haben können, einem tatsächlich natürlichem Gefühl der Trauer nicht hingeben dürfen.
Diese Diskussion führt jedoch nicht weiter, denn die Trauer steht in Dresden schon lange nicht mehr im Vordergrund. Das hat ganz praktische Gründe, denn der Anteil der ‚Erlebnisgeneration‘ sinkt beständig und die offizielle Stadt Dresden, also die Bürgervertretung, stand auch in den letzten Jahren nie weinend an der Gedenkstätte. Trauer, verstanden als emotionaler Zustand, konnte schon seit Jahren nicht glaubhaft vermittelt werden und so kann es nur um ein Gedenken gehen.
Was bedeutet es aber, wenn man verlangt, dass auch ein Gedenken, gleich jedweder Art abgelehnt wird? Das ist nichts anderes als Geschichtsfälschung! Nicht darüber reden zu dürfen, nicht öffentlich an ein historisches Ereignis, welches unbestritten einschneidende Konsequenzen für die Stadtgeschichte hatte, erinnern, dem Gedenken zu dürfen, bedeutet historische Fakten aus dem öffentlichen Diskurs heraus halten zu wollen.“

auf den quatsch mit den kindern will ich mal garnicht eingehen – diesen billigen taschenspielertrick kennen wir ja von den aktuellen „friedensdemos“ gegen israel. nun aber denen, die sich angesichts der aktuelle situation in diesem land dagegen wehren, dass tausende nachkommen der täterInnen des verwaltungsmassenmordes an den europäischen jüdinnen und juden, des vernichtungskrieges im osten, die massenbombardements europäischer städte,… an ihre „leiden“ erinnern, während sie selber zum großteil nichtmal einen finger heben würden, wenns um die wirklichen opfer geht, geschichtsverfälschung vorzuwerfen ist an dummheit echt kaum zu überbieten. man ist von il und co ja einiges gewohnt – aber nun auch noch das gedenken in dresden für den geeigneten punkt zu halten irgendwas nach links verschieben zu wollen…
ich will dagen auf den gelungen aufruf des anderen büdnisses verweisen und da gibts auch die bessere muckecheck it out!


20 Antworten auf “„keine versöhnung mit deutschland“”


  1. 1 blackone 12. Januar 2009 um 1:19 Uhr

    Hm, gibts dann auch zwei Demos? Inklusive sich im MD-Style gegenseitig aufs Maul hauen?

  2. 2 Arschkrebs (2.0/compatible) 12. Januar 2009 um 9:46 Uhr

    Nö, es gibt nur die Demonstration von No Pasarán.
    Die Antideutschen haben diesmal gleich drauf verzichtet. Im Unterschied zu Magdeburg gehts in Dresden auch nicht um AntiD gegen Antiimp. Hier stehen sich eher Pragmatiker, die zum Teil auch israelsolidarisch sind, und antideutsche Dogmatiker gegenüber. Aufs Maul sollte es an dem Tag nur für Nazis geben.

    Der zitierte Textblock ist soweit ich das gelesen habe, kein statement des Bündnis, die haben das auch nur zitiert und auf die Diskussion unter dem Artikel auf indymedia verwiesen:
    http://de.indymedia.org/2008/12/236651.shtml
    http://de.indymedia.org/2009/01/237846.shtml

    Ich finde, da ist auch schon alles relativ überzeugend dargelegt, was es auf diesen Beitrag hier zu erwidern gäbe.

    Achja, ich hätte es garnicht schlecht gefunden, wenn es zwei Demos gegeben hätte. Je mehr desto besser. Problematisch wirds wohl am 13. Momentan siehts so aus, als wenn da niemand so richtig was gegen Nazis machen will. Vom Konzert wird sicher nichts ausgehen und auch sonst hat sich da noch niemand aus dem Fenster gelehnt. Dabei muss man eigentlich damit rechnen, dass auf einen Freitagabend und angesichts der Tatsache, dass sie am nächsten Tag gestört werden, viele Nazis schon am Freitagabend da sein werden.

  3. 3 im*moment*vorbei 12. Januar 2009 um 12:33 Uhr

    @blackone:
    schreib nich son mist! in md haben totale durchknaller wiederholt leute angegriffen, die sie selbst als „antideutsch“ gelabelt haben – nichts mit gegenseitig!!!

    @arschkrebs:
    von wegen – „Hier stehen sich eher Pragmatiker, die zum Teil auch israelsolidarisch sind, und antideutsche Dogmatiker gegenüber. “
    da hab ich doch oben was zu geschrieben – aber das ist man von dir ja gewohnt, das es dir offensichtlich extrem schwer fällt dich irgendwie auf sachen zu beziehen, die nicht in deine kleine welt passen. das np-bündnis hat diese indymedia-beiträge ja nicht umsonst auf ihrer seite, sondern weil sie die gut und richtig finden. und in ihrer selbstdarstellung – die grad nicht abrufbar ist – stand ähnlicher unfug.
    wenns nur ne pragmatische entscheidung wäre, müßte die argumentation in etwa sein: wir wollen den nazis richtig was entgegen setzen, weil wir die für gefährlicher halten als den bürgermob, also schrauben wir die inhalte runter und paktieren auch mit der selber gedenkenden „zivilgesellschaft“ gegen nazis. statt dessen wird aber auch eine (falsche) kritik an der kritik am allgemeinen gedenken gebracht – also nicht nur (falscher) pragmatismus, sondern auch falsche inhalte… ;-)

  4. 4 blackone 12. Januar 2009 um 13:39 Uhr

    @imv: Keine Bange, das war nicht ganz ernst gemeint.
    Ich habe nur die Befürchtung, dass die so called szeneinternen Streitereien dazu führen, dass (noch) weniger Leute nach Dresden fahren als sonst, was ich angesichts der Präsenz von x000 Nazis in der Stadt für nicht besonders begrüßenswert halte.
    Außerdem ist auch mir nicht so ganz klar, was denn, bzw. ob überhaupt am 13. schon größere Aktionen geplant sind, außer dass sich „viele Möglichkeiten der Aktion, Intervention und Kritik“ bieten…

  5. 5 Arschkrebs (2.0/compatible) 12. Januar 2009 um 14:27 Uhr

    Die Argumentation von No Pasarán ist, um mal bei deiner Herangehensweise zu bleiben, dass der größte (mittel)europäische Naziaufmarsch ein großes Problem ist, während bei den Bürgern eine Entwicklung statt gefunden hat, zum anderen gibt es natürlich auch grundsätzlich andere Herangehensweisen. Dass der Aufruf der antideutschen Vorbereitungsgruppe auf venceremos, die generell auf aktuelle Entwicklungen scheinbar nicht in der Lage ist zu reagieren, dagegen falsch ist, wurde schon auf indymedia mehr als einmal deutlich dargelegt.

    @blackone
    Da brauchst du dir keine Sorgen machen, es werden dieses Jahr aufgrund der Vorbereitungen des „No Pasarán“-Bündnis mehr Linke und Antifas nach Dresden kommen als je zu vor. Sieht man allein schon an der Unterstützerliste unter dem Aufruf. Außerdem soll es jede Menge Busse geben, ich hab gehört, dass sogar einer aus Amsterdam kommt, auch die tschechischen Antifas haben das diesmal auf dem Schirm.

    Letztendlich kommen auch noch die bürgerlichen Gegenaktivitäten von Geh Denken dazu (sind die mit Bürgermob gemeint?), ob die tatsächlich 15.000 werden, wie es in der Presse bisher angekündigt wurde, bleibt abzuwarten, aber mit ihnen wird zu rechnen sein.

  6. 6 im*moment*vorbei 12. Januar 2009 um 14:45 Uhr

    @blackone:
    ok, sorry für den ton – aber mich nervte dieser gegenseitig-mythos einfach an. damit reden sich immer die raus, die sich schlicht nicht positionieren wollen.
    auch wer nicht nach dd fährt, weils da unterschiedliche positionen und bündnisse gibt („szeneinternen streitereien“), hat irgendwas nicht verstanden. es geht hier um politik und nicht um ne wohlfühlkuschelrunde – wer da mit disputen nicht klar kommt, sollte sich nen neues hobby suchen!

    @arschkrebs
    du hast jetzt nochmal geschrieben, das die kritik an dem venceremos-aufruf ja schon auf indy stand. nun hab ich (ganz kurz) nen teil der argumentation auf die du dich beziehst, kritisiert. was sagst du denn dazu?
    mal abgesehen davon sind selbst in sachsen, wo die npd im landtag sitzt nicht die nazis das hauptproblem. die zwingen z.b. die leute nicht zur lohnarbeit, schieben keine „ausländer“ ab,… abgesehen davon kann man den faschismus nur da bekämpfen wo er entsteht und das ist sicher nicht auf der straße. aus diesen gründen ist das volksfront-gegen-nazis-gerede und -agieren von dir und no pasaran schlicht falsch und das moralinsaure „argument“ vom „größten (mittel)europäische Naziaufmarsch“ augenwischerei und selbstverarsche.
    und ja „geh denken“ gehört für mich genauso zum bürgermob, wie die cdu oder der pfaffe der frauenkirche. ich finds halt politisch falsch mit leuten gegen nazis auf die straße zu gehen, die (in welcher abstufung auch immer) meinen in großem rahmen an die „opfer“ der bombardierung gedenken zu müssen. es ist und bleibt richtig: deutsche täterInnen sind keine opfer! und selbst, wenn da noch ein „ok, der krieg ging von deutschland aus.“ hinterher geschoben wird, macht das die „entwicklung der letzten jahre“ trotzdem nicht ausreichend genug, um jetzt mit denen gemeinsame sache zu machen. das sagt ja selbst dr. guido knopp, die alte kackbratze!

  7. 7 Arschkrebs (2.0/compatible) 12. Januar 2009 um 15:31 Uhr

    Ich finde den von dir zitierten Teil eigentlich ganz einleuchtend und deine Antwort ist nur der übliche langweilige Reflex. Der ist auch schon auf indy aufgetaucht, und da wurde auch schon drauf geantwortet, warum soll ich mir Mühe geben, wenn du dir auch keine gibst. ;)

    Was Lohnarbeit und Ausländer abschieben angeht, da magst du ja recht haben, aber warum wird das nur No Pasarán vorgehalten? Die Antideutschen in Dresden sagen doch auch nichts dazu und was soll das mit dem 13. Februar zu tun haben? Das hast du doch genauso in Berlin oder Köln. Da hast du dich auch nicht an der Mobilisierung gestört, obwohl es das gleiche Schema war.

    Was Geh Denken angeht, wäre es vielleicht ratsam sich erstmal mit den Positionen da zu beschäftigen. Da wird schon mehr als nur ein nachgeschobener Satz von sich gegeben.

  8. 8 im*moment*vorbei 13. Januar 2009 um 15:06 Uhr

    1.) wenn du das als langweiligen reflex ansiehst und deshlab nicht drauf antworten willst, kann ich das auch nicht ändern. obwohls doch so einfach wäre – wenns so ist wie du sagst – einfach die antwort bei der indy-diskussion zu kopieren…

    2.) du hast recht und wieder nicht – meine beispiele waren nur platzhalter für eine allgemeine gesellschaftskritik, die ich einer fokussierung auf ohnehin unbedeutende nazis natürlich vorziehe. und da findet sich im venceremos-aufruf allerdings viel mehr, als bei no pasaran. das würst du selbst dann nicht leugnen können, wenn dus inhaltlich scheiße findest, was da steht. im übrigen gabs bei köln von seiten des ums ganze-bündnis und des ak antifa köln sehr wohl und explizit eine mobilisierung und inhaltliche verortung, die über das übliche antifa-zeug hinausging. das ist ja genau der unterschied zu etwa dem engagement der il in köln oder nun auch in dresden. was du mit berlin meinst ist mir grad unklar…

    3.)ich kenne mich mit dem ganzen dresden-scheiß schon ein bischen besser und weiß ganz genau, welche positionnen bei geh denken vertreten werden und wurden. bloß weil wir inhaltlich nicht einer meinung sind, mußt du nicht so tun, als wüßte ich einfach nicht was geht. das ist billig und angesichts deiner weigerung auf das einzugehen, was ich schreibe doppelt peinlich!

  9. 9 Arschkrebs (2.0/compatible) 13. Januar 2009 um 16:25 Uhr

    Du könntest die indy-Diskussion auch einfach mal lesen, oder ist das zuviel Text?

    Da ich die Entwicklung selbst vor Ort (unabhängig von der Antifa) schon eine ganze Weile verfolge, bezweifle ich stark, und deine Äußerungen bestätigen mich da, dass du dich in Sachen Dresden und Geh Denken besser auskennst.

    Die allgemeine Gesellschaftskritik im Aufruf auf venceremos habe ich bisher nicht entdecken können. Mit etwas Wohlwollen kann man da etwas Ideologiekritik sehen, die aber nicht mal stimmig ist. Nur weil da ein paar mal Adorno mißbraucht wird, hochgestochene Sprache und mehr Fremdwörter verwendet werden, ist es gleich allgemein gesellschaftskritisch? *lol*

    Was Köln anging war das für mich auch nur ein Platzhalter. In Berlin, Köln, Leipzig und Dresden herrschen nunmal die gleichen allgemeinen Bedingungen. In Köln, Leipzig und auch in Berlin zuletzt am 6.12. hält und hielt es niemanden davon ab, auf der Straße gemeinsame Sache mit den „Bürgern“ zu machen. Bei Dresden gelten dann plötzlich andere Maßstäbe, obwohl die Bedingungen allgemein nicht anders sind. Im Speziellen gibts da auch nicht mehr viel Unterschiede.

  10. 10 im*moment*vorbei 13. Januar 2009 um 17:06 Uhr

    ich hab die indy-“disku“ gelesen, aber nichts gefunden, was mich da überzeugen würde. deshalb ja der wiederholte aufruf an dich, doch mal das zu schreiben, was dich da überzeugt. bist du eigentlich zu blöde das zu verstehen oder was ist dein problem?

    ich hab nicht behauptet das ich mich „besser“ auskenne, ich habe nur deinen vorwurf zurückgewiesen, mich erstmal damit beschäftigen zu sollen. deine wer-hat-den-längsten-scheiße kannste schön woanders abziehen!

    ich hab diese maßstäbe nicht nur bei dresden – wie schon erwähnt. auch wenn in berlin, leipzig,… sowas abläuft kritisiere ich das – z.t. übrigens auch auf diesem blog. und zu köln habe ich schon was geschrieben aber das ist dir ja – wie immer!!! – egal. mir deshalb jetzt auch – kannst gerne das letzte wort haben – ich bin raus! tschüß!

  11. 11 Arschkrebs (2.0/compatible) 13. Januar 2009 um 18:24 Uhr

    Oh, ich werde doch nicht zensiert. Nagut.

    Dein Einwand ist eigentlich keiner. Du beschwerst dich, dass den Antideutschen Geschichtsfälschung vorgeworfen wird. Offensichtlich störst du dich nicht an dem inhatlichen Teil des Vorwurfs sondern du störst dich nur daran, dass es in dieser Situation ausgesprochen wird. Was soll man da groß drauf antworten? Es ging dort um eine innerlinke Debatte, und da kann man das ruhig äußern. Wenn die Adressaten bürgerliche Protagonisten sind, gehts sicher um andere Themen und nicht um antideutsche Geschichtsfälschung.

    Was die veränderte Position von Geh Denken angeht, das kannst du hier nachlesen:
    http://dresden1302.noblogs.org/post/2009/01/13/der-rechte-rand-wir-k-nnen-k-ln

  12. 12 im*moment*vorbei 13. Januar 2009 um 19:43 Uhr

    oh man – muß man echt erst mit dem abruch der diskussion drohen, bevor der guter herr mal in der lage ist auf irgendwas einzugen? natürlich nicht ohne vorher laut zensur zu schreien… du bist echt albern hoch zehn!
    und wenn das jetzt der große punkt war, hätte ich mir das ewige nachfragen und drohen auch sparen können, denn offensichtlich störe ich mich sehr wohl an dem inhaltlichen teil des vorwurfes. es ist einfach absurd den leuten geschichtsfälschung vorzuwerfen, weil sie sich ganz allgemein gegen ein öffentliches gedenken aussprechen. niemand sagt, das da nicht mehr drüber geprochen werden darf. was ist das für ein alberner vorwurf? in dem venceremos-aufruf wird einfach deutlich gemacht. das dieses öffentliche gedenken – in welcher form auch immer – selbst die pure geschichtsverfälschung ist. deutsche täterInnen werden dort immer zu opfern umgelogen – warum wird sonst an sie gedacht? es ist ja nicht so, das dort explizit den jüdinnen und juden oder den kindern gedacht wird, sondern allgemein der armen zivilbevölkerung in der nsdap-hochburg und zweitgrößten garnisonsstadt dresden mit ihren unzähligen waffenfabriken und ihrer bis zum schluß funktionierenden antisemitischen vernichtungsmaschienerie…

  13. 13 Arschkrebs (2.0/compatible) 13. Januar 2009 um 22:23 Uhr

    Ähja toll, und genau darauf wurde in der Diskussion auf indymedia schon ausgiebig reagiert. Aber gut machen wir es kurz. Beim Gedenken wird niemand zum Opfer umgelogen, alle die es dort getroffen hat, waren nunmal Opfer des Luftangriffs. Das ist eine einfach historische Tatsache. Jeder Versuch das abzustreiten, ist ziemlich plumpe Geschichtsfälschung. Das hindert aber niemanden daran, mal zu schauen, wer diese Opfer waren und was ein Teil von ihnen angestellt hat. Das kann man durchaus bei einem Gedenken auch in den Kontext stellen und das passiert auch immer mehr. Explizit den Jüdinnen und Juden wird übrigens am 9.12. gedacht. Da waren letztes Jahr in Dresden genauso viel Menschen wie zum offiziellen Gedenken am 13.02.08 vor der Frauenkirche. Nichtsdestotrotz wird auch am 13.2. unter anderem auch der Jüdinnen und Juden gedacht. Die verbrannte Synagoge und die Person Victor Klemperer sind schon lange zentrale Motive im Gedenken. Es hat aber eben nicht nur Juden getroffen sondern die gesamte Bevölkerung der Innenstadt, davon mögen viele Nazianhänger gewesen sein, aber nicht nur, und Soldaten waren kaum darunter, die Kasernen befanden sich in den Vororten und auch die wichtigen Waffenfabriken waren woanders (z.B. Niedersedlitz).

    Was die Zensur angeht, da meine Beiträge anfangs erschienen sind und dann plötzlich nicht mehr, bin ich natürlich erstmal von Zensur ausgegangen.

  14. 14 Arschkrebs (2.0/compatible) 14. Januar 2009 um 19:15 Uhr

    Kurzer Nachtrag, ich meinte natürlich den 9.11. und bevor es zu Mißverständnissen kommt, die Synagoge wurde schon 1938 von den Nazis angezündet und ist nicht erst während der Bombardierung zerstört worden.

  15. 15 Mike 31. Januar 2009 um 13:39 Uhr

    Allein schon das Thema „Keine Versöhnung mit Deutschland “ ist schon völlig daneben. Wie Dumm muss man sein um dem eigenen Land und letztlich damit sich selbst so dermaßen ans Bein pinkeln zu wollen. Wollt Ihr denn keine Zukunft ? Wenn Ihr Deutschland einstampfen wollt dann stampft Ihr Euch letzlich selbst ein , ist Euch das eigentlich bewußt ?

  16. 16 im*moment*vorbei 31. Januar 2009 um 16:56 Uhr

    ist dir eigentlich bewußt, was du hier für nen quatsch schreibst? du bist perfekt auf linie, was die identifikation mit deinem staat betrifft. du hast damit zwar auch ein wenig recht, denn in ner kapitalistischen welt bist du natürlich auf das fortkommen „deines“ staates angwiesen und davon abhängig, das er sich in der weltkonkurenz behaupten kann. allerdings wollen wir ja genau diese konkurenz und den kapitalismus abschaffen. es ist nämlich keineswegs natürlich oder unabänderbar, das die welt so beschissen eingerichtet ist, das sich leute wie du mit so abgedrehten konstrukten wie staat und nation indentifizieren müssen und wollen…

  17. 17 berlin 28. Februar 2009 um 5:42 Uhr

    Gut!

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