wg-mails

wir haben in der wg grad ein battle, wer die coolste verteilermail verfassen kann – ganz weit vorne ist die hier:

„naja,
alles kein problem, ich hatte die situation im griff und habe in jedem zimmer hinter dem netten heizungsonkel gestanden. falls er wider erwarten doch ein paar wanzen hinterlassen haben sollte, so können sich die bullen jetzt jeden tag die geile dokusoap: „the wg diaries – tofu, dope and sitcoms“ anhören. eine bunte mischung aus echten und berufs- jugendlichen sitzt bekifft auf klapprigen sofas, ernährt sich so vitaminreich wie ein britischer tankwartsgehilfe und ihr einziger aber authentischer zorn richtet sich gegen eine internetverbindung, deren geschwindigkeit die einer C64-datassette nur um haaresbreite übertrifft.
apropos heizung und deren kosten: beim gang durch die zimmer (xxx, deinem hochbett schlackern die beine) konnte ich neben alten mahlzeiten in verschiedenen erhaltungs- und aggregatszuständen ein anderes phänomen beobachten, das mich seit beginn der sogenannten heizperiode verfolgt: heizung an und fenster auf zur selben zeit. so was gibt es noch? bei uns ja!
eins ist mir jetzt klar, das sind keine einzelfälle, die sache hat system. so gesehen bei xxx, yyy, vvv…neulich habe ich mich sogar selber dabei ertappt. in den gemeinschaftsräumen ist diesbezüglich ohnehin hopfen und malz verloren, wenn da mal ausnahmsweise beim heizen die fenster zu sind, stehen sattdessen alle türen offen, so daß treppenhaus, dachboden, keller und andere ungedämmte räume gründlich mitgeheizt werden. wo dabei das problem ist? keine sorge, der klimawandelzug ist eh abgefahren. nein, es geht ums geld. sich so zu verhalten und gleichzeitig die steigenden nebenkosten zu beklagen ist ungefähr so schlüssig, wie sich beim schnitzelessen über die massentierhaltung zu beschweren.
ich sehe drei möglichkeiten: frieren und sparen, warm wohnen mit verstand oder blind heizen bis der arzt kommt, dann aber bitte auch nie mehr übers geld jammern. generell diagnostiziere ich bei uns zur zeit einen zunehmden sittenverfall, das einzige was aber wirklich ernsthaft nervt ist, daß wir nix zu kauen kaufen können, weil im LOVE-portemonnaie nur bekacktes kupfergeld rumfliegt.
hoffe keiner fühlt sich angepisst, hatte nur bock mal wieder ne zünftige rundmail zu schreiben.
neulich schwirrte mir beim gang durch die gemeinschaftsräume ständig ein zitat durch den kopf, dessen genauer urheber mir leider entfallen ist (könnte einer von cro-mags oder agnostic front gewesen sein): „you wanna change the system?you can‘t even change a fucking tire!“ man muss ja auch nicht alles können…“


3 Antworten auf “wg-mails”


  1. 1 princess k. 11. Dezember 2008 um 15:00 Uhr

    und war von der mail jemand angepisst?
    ich könnte mir vorstellen,dass xxx mit den schlackernden hochbettbeinen die nächste battle mail schreibt…
    „warm wohnen mit verstand“?
    diese möglichkeit kann man nach diesen erkenntnissen doch höchst wahrscheinlich komplett abschreiben oder?
    eher macht ihr so weiter wie bisher:
    „blind heizen bis der arzt kommt“ und eventuell verhungert ihr dabei oder ihr sammelt einfach aus den sämtlichen zimmern die „alten mahlzeiten in verschiedenen erhaltungs- und aggregatszuständen“ und bereitet die noch mal zu…
    ich hoffe,so weit kommt es nicht!
    eine frage habe ich noch, zu kauen könnt ihr euch nichts kaufen,aber geld fürs kiffen habt ihr noch?
    naja auch wenn ich mir ein bisschen sorgen um die „echten und berufs- jugendlichen“mache,auf die dokusoap „the wg diaries – tofu, dope and sitcoms“ freue ich mich schon!

    und wieso zur hölle heißt es „LOVE-portemonnaie“

  1. 1 verkannte talente « streets of mitte Pingback am 11. Dezember 2008 um 13:32 Uhr
  2. 2 wg-talk « im*moment*vorbei Pingback am 12. Januar 2009 um 20:07 Uhr
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